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Tuesday, October 28, 2014
Warum die kreative Idee entscheidet
Unser Beitrag zum Thema wirksame Kommunikation #Effie2014 #GWA #Kreativität
(erschienen im Horizont vom 23.10.2014)
Labels:
Advertising,
Creativity,
Effectiveness,
Effektivität,
Kreativität,
Werbung
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Tuesday, October 9, 2012
Warum Agenturen sich selbst im Weg stehen, wenn es um ihre eigene Zukunft geht.
Planner sind nicht
notwendigerweise Teil des Agenturmanagements. Im Rahmen der
Crowdsourcing-Studie „Agencies of the Future“ hatte ich die Chance, mich
intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ein paar Thesen, warum die
Kommunikationsbranche sich auf der Suche nach einer neuen Kultur der Ideen, der
Wertschöpfung und der Talente selbst im Weg steht, konnte ich im Rahmen der
Studie in einem Workshop auf der NEXT Conference in Berlin im Mai 2012 vorstellen.
Als ganze Generation haben wir gelernt:
Think Big.
Die Zukunft – das
ist groß und komplett anders. Und bestimmt noch sehr weit weg. Die meisten
kennen die Filmszenen aus „Minority Report“ – in denen nicht nur Tom Cruise von
personalisierter und omnipräsenter Werbung durch den Tag begleitet wird. Sicher
ist das ein futuristisches Szenario, was in Teilen so möglich ist. Aber das
allein wird es nicht sein. Überhaupt sollten wir den Begriff Zukunft überdenken
– es geht hier nicht um futuristische Science-Fiction-Szenarien. Sondern um die
nahe Zukunft – um das Morgen, nicht das Übermorgen.
Das bestehende Geschäftsmodell funktioniert
noch viel zu gut.
Sowohl die inhabergeführten
Agenturen in Deutschland als auch die Networks konnten im Jahr 2011 wachsen.
Der GWA Frühjahrsmonitor zeigt eine „positive Geschäftsentwicklung der GWA
Agenturen“ auch für 2012. Die Agenturen rechnen mit einem Wachstum des Gross
Income von durchschnittlich 4,4 Prozent. (Im Jahr 2011 betrug es 6,4 Prozent.)
Auch die Rendite entwickelt sich positiv zwischen 9 und 10 Prozent. Und auch
Personal wird aktuell eher aufgestockt als abgebaut. (51 Prozent beschäftigen 2012
mehr Mitarbeiter laut Statista/GWA.)
Aber es stellt
sich die Frage: Wie nachhaltig ist dieses Wachstum? Und heißt Wachstum auch
gleichzeitig Veränderung und Optimierung des Geschäftsmodells?
Agenturen haben das Gefühl, sich die ganze
Zeit zu verändern.
Wir leben in dem Gefühl, dass wir uns doch
beständig anpassen und wandeln – indem wir zum Beispiel neue Disziplinen
„eingemeinden“. Auch unsere Diskussion um die „Agentur der Zukunft“ ist nicht
neu. Die US-Zeitschrift „Fast Company“ hatte in den ersten 10 Jahren (zwischen
1995 und 2005) mindestens 15 umfassende Storys dazu. Die erste davon hieß bereits 1995
„Rethinking Big on Madison Avenue“. Auch
auf Mashable.com finden sich zu „Agency of the Future“ 361 Beiträge. Slideshare
bietet über 90.000 Resultate. Und Google bietet zu „Agentur der Zukunft“ noch
deutlich mehr Ergebnisse. Wir befassen uns gern damit. Aber verändern wir uns
auch aktiv?
Das, was wir können, können wir zu gut.
Es ist schwer, alten
Hunden neue Tricks beizubringen. Vor allem das Verlernen der alten Tricks steht
der Entwicklung neuer Wege und Arbeitsweisen im Weg. Wir sind lauter alte Hunde,
die gern an ihren geliebten alten Tricks festhalten. Wen wundert es, dass sich
die TV-Serie „Mad Men“ so großer Beliebtheit erfreut.
Aber einer der
original Mad Men, Bill Bernbach, hat es in seinem Kündigungsschreiben an Grey
1947 selbst schon formuliert:
„The
danger lies in the temptation to buy routinized men who have a formula for
advertising. The danger lies in the natural tendency to go after tried-and-true
talent that will not make us stand out in competition but rather make us look
like all the others.“
Also müssen wir
uns fragen: Wie lässt sich Altes verlernen und Platz für Neues schaffen –
obwohl es (noch) funktioniert?
Wir beschäftigen uns am liebsten mit uns
selbst.
Dabei könnten wir
viel von anderen lernen. Denn Innovationen kommen oft von außerhalb der eigenen
Kategorie. Clayton Christensen hat das bereits in den Neunzigern in seinem Buch„The Innovator‘s Dilemma“ ausführlich beschrieben. Er nennt das „Disruptive
Technologien“ – und es gibt dazu zahlreiche Beispiele. Das prominenteste ist
sicher Apple, die den Bereich Mobiltelefonie und Musik umgekrempelt haben –
während die Kategorie-Experten zuschauten. Das aktuellste Beispiel ist
Instagram – die Ästhetik sieht aus wie Polaroid. Hätte Polaroid aber selber
nicht machen können.
Diese Art der
Innovation erfordert eine Herangehensweise, die frei ist von den Restriktionen
und dem „Experten-Wissen“ der eigenen Branche. Sie bricht mit allen Annahmen.
Und muss in der Lage sein, noch funktionierende Geschäftsmodelle neu zu denken.
Von wem könnten
wir also lernen? Vielleicht von der Automobilindustrie, in der sich ungewöhnliche
Partner zusammentun wie BMW und Toyota? Einige Ideen, neue Partnerschaften einzugehen,
gibt es bereits mit US-Agenturen wie Victors & Spoils, die in der
Ideenfindung auf Crowdsourcing setzen. Oder neue Formen der Kollaboration und
des Investments fern ab der eigenen Branche suchen: So stieg bei Sid Lee mit Cirque du Soleil ein Investor jenseits des Agenturbusiness ein, Wieden +
Kennedy fungiert in den USA schon länger zeitweise als Inkubator für Start-ups –
und gibt so nicht nur Wissen weiter, sondern holt sich auch gleichzeitig
Inspiration ins eigene Haus.
Wir machen es uns einfach und suchen nach der
einen richtigen Lösung.
Und vergessen,
dass es in einer komplexen Welt wahrscheinlich mehr als eine Lösung gibt. Die
öffentliche Diskussion dreht sich gern um die „Agentur der Zukunft“. Aber geht
es nicht vielmehr um die verschiedenen zukunftsträchtigen Modelle? Wenn es nicht
die eine, sondern viele Möglichkeiten gibt – dann muss die Frage jeder Agentur
lauten: Wer bin ich? Was ist mein Fokus? Was ist das Angebot jenseits des eigentlichen
Produkts? Christensen bezeichnet das als „Reframing“: Was ist der „Job to be
done“? Also nicht Produkt oder Service verkaufen, sondern bei der Lösung des
eigentlichen Problems ein Angebot machen. Und das wird sicher nicht alles für
alle sein. Heute nicht. Und morgen auch nicht.
In unserer Sehnsucht nach Größe finden wir
Kleines schnell zu klein.
Klein denken –
das liegt nicht in unserer DNA. Aber: Klein ist der Anfang von Groß. Denn nur
in kleinen Schritten können wir uns verändern. Kleine Schritte ermöglichen es,
Dinge zu probieren und eine neue Richtung, neue Tricks zu probieren. Zu lernen.
Und dann Stück für Stück größer zu werden.
Der US-Autor Peter
Sims beschreibt das sehr schön in seinem Buch „Little Bets“ – wie zum Beispiel
Comedians sich mit neuen Gags erst einmal inkognito einem kleinen Publikum
stellen. Sie ausprobieren. Und an den Dingen, die gut funktionieren,
weiterfeilen. Bis sie reif sind für die große Bühne.
Was sollten wir also
lernen? Welche Ziele sollte jede einzelne Agentur mit kleinen Schritten
verfolgen?
Uns fehlt der Mut zu akzeptieren, dass
Wandel Unsicherheit bedeutet.
Veränderungsprozesse
sorgen für Instabilität und Verunsicherung. Umso wesentlicher ist es zu
akzeptieren, dass „Kapitalismus Chaos ist“ – wie der Ökonom Joseph Schumpeter
es schon vor 100 Jahren bezeichnet hat. Denn nur Unternehmen, die sich
kontinuierlich infrage stellen und so ein dynamisches Chaos als produktiv
erleben, bleiben stabil.
Ich wünsche mir
von dieser Branche, die selber von sich sagt, sie sei kreativ, dass sie sich
nicht nur infrage stellt – sondern sich auf den Weg macht und
1. bewusster verlernt
– Dinge loslässt, die eigentlich noch funktionieren – zugunsten neuer Wege und
Lösungen,
2. neu fokussiert
– Was machen wir eigentlich für wen? Was ist der jeweilige „Job to be done“
jeder einzelnen Agentur?,
3. klein statt
groß denkt – in kleinen Schritten ausprobiert und lernt – und so wirklich etwas
verändert.
Dieser Post basiert auf einem Referat auf der NEXT conference im Rahmen eines Workshops zur Studie "Agencies of the future" und wurde auch als Beitrag in der new business im Sommer 2012 veröffentlicht.
Sunday, April 22, 2012
Der Anfang jeder guten Strategie ist ein gutes Briefing.
„I leave it in
your capable hands to do what ever you want...and please write back saying how
much money you would like“
Briefing von Mick Jagger an Andy Warhol,
1969
Gern
philosophieren Strategen über neue Kommunikationsformen und die Herausforderungen,
die die neue Medienrealität für uns alle bereit hält. Stattdessen möchte ich einen
Blick auf ein ganz alltägliches, aber ebenso zentrales Instrument werfen, das
wir oft fälschlicher Weise für selbstverständlich halten: Das Briefing. Dabei
geht es mir nicht um Creative Briefs, sondern um die Briefings, die Agenturen
von Kunden erhalten.
Das oben zitierte
Briefing von Mick Jagger an Andy Warhol ist schriftlich und auch vom
Entscheider selbst formuliert worden. Damit erfüllt es schon generelle
Kriterien, die ein gutes Briefing ausmachen. Aber trotzdem ist es weit entfernt
von dem, was wir uns als optimale Arbeitsgrundlage wünschen.
Damit hier kein
falsches Bild entsteht: Viele Briefings sind heute gut durchdacht, spiegeln oft
einen eingespielten gemeinsamen Arbeitsprozess wider und bilden eine perfekte
Basis. Genau dadurch erkennen wir aber auch, wann diese Grundlage nicht optimal
ist. Und wissen daher auch, was wir vermissen. So ergab die Online-Umfrage unter Plannern,
was sie sich in Bezug auf Agenturbriefings wünschen:
1. Klarheit und Stringenz
2. Hintergrundwissen &
Zusatzinformationen
3. Persönlichen Dialog & einen gemeinsamen
Prozess
Was zählt, sind Klarheit in Struktur
und Denken.
Es geht nicht um
das Ausfüllen von Formularkästen, sondern darum, die wesentlichen Elemente, die
miteinander in Verbindung stehen, klar zu formulieren. Ein Briefing-Formular
ist nur eine Denkhilfe, die die Aufgabenstellung strukturiert. (Wesentliche Elemente
finden sich auf der GWA Checkliste „Briefing“, zu finden über die Website des GWA oder auch im Briefing-Kapitel im Buch „Brand
Planning“, Schaefer-Poeschel, 201. Eine
internationale Sicht auf das Thema bietet das IPA Institute of Practicioners
in Advertising)
Wesentlich ist, dass am Ende alle Teile zueinander passen. „Einerseits –
Andererseits-Briefings“ reflektieren zu viele Wünsche und mögliche Ziele, die
realistischerweise nicht erfüllt werden können. Jeder Widerspruch verwirrt und verhindert
sinnvolle Lösungen. Klare Ausgangslage, klare Ziele, klare Ansage: Wer weiß, wo
er steht, kann überhaupt erst sagen, wo er hin will. Die ehrliche und offene
Beschreibung der Ausgangslage lässt uns die Situation und das Businessproblem
verstehen. Daraus abgeleitet stehen klare Ziele – und klar heißt dabei: eindeutig
formuliert und priorisiert, soweit möglich auch quantifiziert. Also keine vage Forderung,
dass das Image optimiert werden soll, sondern konkret: welche Facetten? Um wie
viel Prozent? Und: wie wird die Zielerreichung überprüft?
Briefings sind mehr als ein ausgefülltes
Formular.
„Briefing
kommt zwar vom englischen „brief“ – also „kurz“ in der wörtlichen Übersetzung - die Kürze steht allerdings nicht im
Vordergrund. Wesentlich ist viel mehr, dass sich das Briefing auf den Kern der
Aufgabe konzentriert. Was nicht heißt, dass Planner nicht gern zusätzliche
Informationen und flankierende Daten haben - als Anhang, um darin zu stöbern. Zusätzliche
Informationen sind eine optimale Ergänzung zum Briefing - und können mehr sein als die verfügbaren
Marktforschungsdaten. Nicht nur beim Launch von neuen Produkten ist ein
multisensorisches Produkterlebnis hilfreich im Verständnis der Aufgabe und der
Entwicklung von strategischen Konzepten. Nicht umsonst kursiert die Legende,
dass Bartle Bogle Hagerty den Audi-Claim „Vorsprung durch Technik“ bei einem
Fabrikbesuch auf einem internen Schild entdeckte. Die forscherische Neugier der
Planner kann durch die unterschiedlichsten Formen gestillt werden – wie etwa Interviews
mit Mitarbeitern verschiedenster Bereiche, die Teilnahme an laufenden
Fokusgruppen oder die Besichtigung von Produktionsstätten.
Es ist der Start eines gemeinsamen
Dialogs.
Das Briefing ist
mehr als bedrucktes Papier. Was alle Planner in der Online-Befragung deutlich
betonten, war die Relevanz des persönlichen Austauschs im Prozess. Der Dialog
wird im optimalen Fall auch nach dem Briefing-Termin weitergeführt – mit einem
Re-Briefing, bei dem deutlich wird, wie Planning und Agentur nach Reflektion darüber
denken und welche Fragen noch offen sind. Oft werden dabei viele Fragen
gestellt, was nicht Unwissenheit oder Denkfaulheit bedeuten muss, sondern vielmehr
ein Zeichen der unvoreingenommenen Betrachtung und konstruktiven
Auseinandersetzung ist. In einem Re-Briefing oder Schulterblick ist es sinnvoll,
noch einmal gemeinsam erste Arbeitsansätze zu diskutieren. Für Strategen ist es
optimal, wenn sie über den Tellerrand – hier also über die im Briefing formulierte
Problematik – hinaus sehen dürfen, eine eigene Sichtweise dazu entwickeln und
offen diskutieren können.
Ein Agenturbriefing muss
kein Creative Brief sein.
Im Aufbau von
Agenturbriefing und Creative Brief gibt es Parallelen. Aber ein Creative Brief
ist fokussierter und gibt klarer eine Route für die Lösung vor. Es ist das Destillat der strategischen
Analyse und aller Überlegungen zum optimalen Weg, das definierte Ziel zu
erreichen. Hier gilt nicht die Tiefe der Information, sondern die kondensierte
Vermittlung inspirierender Ansatzpunkte für die kreative Lösung.
Das Agenturbriefing
hingegen ist das Fundament mit Hintergrundwissen und Information für die
strategische Arbeit. Es richtet sich an die gesamte Agentur und umfasst daher Fakten
und Formalitäten, die ggf. für den Creative Brief völlig unwesentlich sind. Es
braucht keine inspirierend formulierte Botschaft, sondern vor allem eine
Schilderung von Problem und Herausforderung sowie eine klare Zielvorgabe. Viele
Kunden definieren in ihrem Briefingformat möglicherweise eine Kernbotschaft.
Das ist nett, aber nicht nötig. Besser: statt einer spitzen und finalen
Botschaft lieber ein klares, zielgerichtetes und in sich schlüssiges Dokument,
das Key Benefits, Produktdifferenzierung oder andere strategisch nutzbare
Facetten beschreibt, die im Mittelpunkt stehen können.
Das Briefing an die Agentur ist ein
Startpunkt. Je besser das Briefing ist, desto einfacher wird es, darauf gute
Lösungen zu entwickeln. Und wie der Hauptdarsteller in „Black Swan“, Vincent
Cassel sagt: “Perfection is not just about
control, it’s also about letting go!
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Briefing,
Marketing,
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