Monday, January 5, 2009

Feiertagslektüre, Teil 2.


Dan Ariely: Denken hilft zwar, nützt aber nichts.

Der Titel ist einfach wunderbar – denken wir als Planner doch immer, das wir mit unserem Denken jedes Marken- und Kommunikationsproblem zügig durchleuchten und (s.o.) klar und analytisch darstellen können.

Dan Ariely ist Professor für Verhaltensökonomik am MIT und sein Buch im Prinzip eine nett geschriebene Ansammlung zu den verschiedensten seiner Experimente, die auf einfache Art deutlich machen, warum wir uns so oft irrational verhalten.

Was mir besonders gefallen hat: „Die Wahrheit über die Relativität“ – und warum wir es lieben, wenn wir im Entscheidungsprozess Vergleichsobjekte haben, die es uns erleichtern, eine scheinbar „rationale“ Wahl zu treffen. Diese „Köder“ ergänzt z.B. zwei vorhandene Angebote um ein drittes, das scheinbare Vergleichbarkeit schafft. So lassen sich z.B. über die Ergänzung einer teuren Vorspeise auf der Karte die Restaurantumsätze steigern – nicht, weil es bestellt wird. Aber weil es als „Köder“ für die zweitteuerste dient.

Weitere Kapitel vermitteln auf unterhaltsame (ja,manchmal auch sehr amerikanische Art), warum wir auf Gratisbeigaben so gerne anspringen, welche Rolle soziale Normen in unserem Verhalten spielen, oder was dazu führt, das wir unsere guten Vorsätze nicht einhalten können.

Besonders spannend auch mit dem Blickwinkel als lösungsorientierter Berater und systemischer Coach sind die Bereiche, die sich mit dem ewigen „Hintertürchen aufhalten“ befassen – warum viele Wahlmöglichkeiten und vom Ziel abhalten – sowie die Macht der Erwartungen, wo auf einfache Art noch einmal deutlich wird, warum wir so stark von unseren subjektiven Sichtweisen, Erfahrungen, Erwartungen und Vorurteilen geprägt sind. Und das bekommen, was wir erwarten.

Mein Learning nach der Lektüre – es ist besser, zu wissen, das wir irrationale Entscheidungen treffen und in welcher Form wir das tun. Darüber nachzudenken macht nicht nur Spaß oder hilft in der eigenen Arbeit, sondern auch im Bewusstsein, über das was wir selbst sonst so tun im Leben.